Rudolf Mosse Biografie 

Mosse im Prenzlberg

Mosse-Straße in Charlottenburg
















































































 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 





Bei meiner Suche nach Spuren der Mosse-Straße auf dem Gelände des Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportparks habe ich festgestellt, dass sie nicht "aufgehoben" oder "abgeschafft" ist, sondern nur versteckt: Es gibt die Rudolf-Mosse-Straße noch, begraben unter anderthalb Metern Trümmerschutt und Asphalt.

Nach der Gründung der Freien Deutschen Jugend am 7. März 1946 entstanden im Zentralrat Pläne für ein deutschlandweites Treffen der Jugend. Zunächst als Friedens- und Einheitsbekenntnis für ganz Deutschland gedacht, geriet es im sich zuspitzenden Kalten Krieg immer mehr zur Demonstration der Überlegenheit und des Aufbau- und Erneuerungswillens der Jugend der Sowjetzone, seit Oktober 1949 der DDR.

Zu einem der Veranstaltungsorte wurde das Exergelände bestimmt. Schon bald nach Kriegsende hatten hier, wie überall in Berlin, die Aufräumarbeiten begonnen. Zeitzeugen berichten, dass zuerst die zahlreichen Feuerlöschteiche zugeschüttet wurden, die während des Bombenkrieges am Rand des Falkplatzes und des Exer angelegt worden waren. Danach wurden die Trümmer auf den Grünflächen zu Bergen aufgeschüttet, genauso wie im Humboldthain und im Friedrichshain (Mont Klamott).

Die Pläne für das Deutschlandtreffen sahen die (Wieder-) Errichtung von Fußballplätzen, Planschbecken, Tennisplätzen, eines Stadions und anderer Sportanlagen vor. Die FDJ rief zu freiwilligen Aufbauaktionen. Das von der Schönhauser Allee bzw. der Cantianstraße nach Westen zum Güterbahnhof der Nordbahn leicht abfallende Gelände wurde mit Trümmerschutt aufgefüllt und eingeebnet. Dabei verschwand auch die Mossestraße.Der symbolische Gehalt des "Begrabens" war durchaus beabsichtigt:

    "Allüberall der Hammer ertönt,
    die werkende Hand zu uns spricht:
    Deutsche Jugend pack an, brich dir selber die Bahn,
    für Frieden, Freiheit und Recht,
    keinen Zwang und kein Drill
    der eigene Will ´bestimme dein Leben fortan.
    Blicke frei in das Licht, das dir niemals gebricht.
    Deutsche Jugend, steh deinen Mann.

    Refrain: Bau auf, bau auf, bau auf, bau auf, Freie Deutsche Jugend, bau auf! Für eine bess´re Zukunft richten wir die Heimat auf!





Wenn in einer gewachsenen Stadt wie Berlin Straßen verlegt oder überbaut werden, wird in den seltensten Fällen auch der Untergrund umgestaltet. Es bleiben, wie hier bei der Mossestraße, Versorgungsleitungen für Gas, Wasser und Strom, Abwasserrohre und Kanäle für die Straßenentwässerung, die weiter benutzt werden und entsprechend gewartet werden müssen. Die Zugänge verraten ihre Lage.

An dieser Stelle östlich des Stadions liegt die urspüngliche Straßenebene nur ein paar Zentimeter unter der heutigen, es reichte eine Aussparung, um die alten Kanaldeckel erreichen zu können.

 

 

 

 

 

 

Weiter nordwestlich auf dem Exer, wo das Gelände abfiel, wurden die Zugänge zur alten Kanalisation durch Schächte gewährleistet, deren Oberkante nun mit dem neuen Nievau abschlossen.

Anfang der 90iger Jahre wurde westlich der Mossestraße die Max-Schmeling-Halle neugebaut. Da sie zu zwei Dritteln in den Boden eingelassen ist, mussten auch die Zufahrten entsprechend vertieft werden und die Kanalzugänge am Rand tauchten, wie rechts zu sehen, teilweise aus ihrer Bedeckung auf.

Wenn der aufmerksame Betrachter von dieser Stelle aus in Richtung Norden schaut, sieht er auf der rechten Seite der Zufahrt vom Falkplatz auf das Sportgelände eine Böschung, die schräg nach rechts verläuft, nämlich parallel zur ehemaligen Mossestraße, die in der Mitte des Exers einen Knick machte. Was die Aufschüttung damals aussparte, ist heute nicht mehr vorhanden, aber möglich ist, dass es sich um Reste, etwa ein Trafohäuschen der hier beginnenden einstigen Falkplatzsiedlung handelte. 

Zwischen den Bäumen leuchtet eine Fassade auf der Nordseite der Gaudystraße, die zu einem Gebäude gehört, das Anfang der 50iger Jahre quer auf die einstige Sonnenburger Straße, die nördliche Verlängerung der Mosse-Straße, gebaut wurde.

Die Rudolf-Mosse-Straße verläuft unsichtbar unter der Grünfläche und unter dem Kinderspielplatz und taucht erst nördlich der Pappelreihe wieder auf, wie unten zu sehen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die vorn im Bild befindliche Kanalabdeckung liegt an der rechten Kante der ehemaligen Mosse-Straße und in der Fluchtlinie der Häuser der Sonnenburger Straße (rechte, dh. östliche Seite), deren linke Seite durch die Einfahrt im Haus 16/17A Gaudystraße zu sehen ist.

 

 

Unten auf dem linken Bild ist zu sehen, dass die Pflasterung des südlichen Gehwegs der Gaudy-Straße, der 1949 neu gebaut werden musste, auf dem Teilstück fehlt, das die einstige Mossestraße überbrückt. Dahinter fängt sie wieder an. Auch die Bordsteine passen nicht ganz zueinander und sind stärker abgenutzt als die übrigen der Gaudystraße. Auf dem rechten Bild unten ist einer der alten Bordsteine der Gaudystraße zu sehen, der eine parallel zur westlichen Fluchtlinie der Sonnenburger Straße verlaufende Markierung trägt.