Tagebuch "Gang!"    
   
   
                   
1.Stunde am 13.2.2009                
Eine Stückentwicklung mit GrundschülerInnen ist für mich Neuland, aber die erste Stunde funktioniert gut: Wir sprechen über Kriterien, die unser noch ungeborenes Stück erfüllen soll, über Protagonisten und Antagonisten. Die Grundelemente kennt jedes Kind aus dem Fernsehen, aus Märchenbüchern und aus manchem Theaterstück.

Die erste Hürde: Zwei Mädchen bevorzugen verlässliches Terrain und haben einen Stückvorschlag mitgebracht, den "Sommernachtstraum" von Shakespeare. Der Vorschlag findet keine allgemeine Zustimmung und funktioniert auch nicht für unser  Zeitfenster von 15 Minuten bei der Vorführung der Stücke. Wir müssen also weiterarbeiten.

Die Aufgabe: Durch einen Schrank betreten wir eine Zauberwelt, wo ein altes, taubes, frierendes Zaubermütterchen oder Väterchen sitzt. Es hat Fähigkeiten, die es uns übertragen könnte, aber wir müssen ihm einen glaubhaften Grund geben, das zu tun.

Es gibt etliche Freiwillige, die vorspielen. Häufig wird Geld zu Hilfe genommen, über das wir in der Phantasie reichlich verfügen können, aber diese Geschichten sind nicht sehr spannend. Interessanter wird´s, als Emin von seinem kranken Vater erzählt und sich einen Zaubertrank wünscht, der heilen kann.

2.Stunde am 20.2.2009                
Wir gehen nach nebenan auf die Bühne.
Die Aufgabe: Einen Charakter entwickeln, den wir spielen oder auf der Bühne sehen wollen. Wir stellen uns gemeinsam vor, wie unsere Phantasiefigur aussieht, wie sie heißt, was sie macht und wie sie riecht.
Das scheint zuerst schwierig zu sein. Nur wenige wollen von ihrer Figur erzählen, die anderen hören nicht gern zu. Die meisten Erfindungen sind Raubkopien aus Kinderbüchern und Filmen, aber wenigstens für mich ist Einiges daran neu :-)
Erst als Gruppen miteinander auf die Bühne dürfen, entstehen Geschichten:
Eine Mädchengang, die sich im Gefängnis kennengelernt hat, wohnt hinter einem 5-Sterne-Hotel, beherrscht die angrenzende Straße und besticht den korrupten Polizisten. Ihr Ziel ist es, selbst einmal so ein Hotel zu besitzen.
Eine Jungsgang versucht, sie zu toppen, was nur mit Gewalt geht. Andere SchülerInnen steigen ein, wollen AnwohnerInnen, Passanten, geheimnisvolle Männer sein. Ich verdrehe die Augen: Wie soll daraus ein Stück werden? Aber das frage ich mich in dieser Phase jedesmal.
Aufgaben:
  • weil es mehr BewerberInnen gibt, als beim Stückschreiben mitarbeiten können, wählen Lehrerin und Klasse am Montag drei, höchstens vier SchülerInnen aus. Ich werde bis dahin diese Webseite anlegen, eine mögliche Konfliktentwicklung skizzieren und als Exposé hochladen
  • die SchülerInnen der Schreibgruppe nehmen im Laufe der Woche Kontakt über das Forum auf und suchen sich Szenen im Expose aus, deren Dialog sie sich vorstellen können
  • beim Improvisieren am 27.2. schnappen die SchreiberInnen auf, was sie gebrauchen können und stellen dann bis zum Montag darauf ihren Teil des Stücktextes fertig - ich fasse das alles zusammen und stelle es online

22.2. hier gehts zum Exposé (01 tm) :

download als Word-Dokument für Mac-user: download als .rtf
3.Stunde am 27.2.2009     4.3.2009        
Wir besetzen die Rollen. Für die Mädchen-Gang gibt es so viele Bewerberinnen, dass wir casten müssen. Es zeigen sich Talente. Wir spielen die Szenen 1 bis 4 durch und halten einige Erfindungen fest. Für anderthalb Stunden ein gutes Ergebnis. Mittwoch folgt das Protokoll ....  et voila, wir haben zwar noch kein Ende, aber eine Hälfte, die ein guter Anfang ist....

Text:   als .doc    oder als .rtf

                       
                       
 

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