Tiere haben Angst vor dem Feuer! Das Narrativ ist sehr beliebt. Vielleicht, weil sich beeindruckende Szenen filmen lassen mit Lagerfeuer, glänzenden Raubtieraugen, angstschwitzenden Menschen? Oder ist das Narrativ nur eine Abwandlung unserer Selbstverliebtheits-Erzählung: "Technik schlägt Natur"?
Für Schafe jedenfalls stimmt das nicht. Wenn wir mit Freunden ums Feuer stehen, kommen auch die Schafe. Sie mögen es, dort zu sein wo die anderen sind.
Ein bisschen vorsichtig sind sie bei Wind und starkem Funkenflug. Ihr Fell brennt zwar nicht (im Gegensatz zu Jacken aus Polyester, Polypropylen oder Polyamid), aber von Funken getroffene Schafe riechen ein bisschen nach Teufel. Das liegt an den Schwefelverbindungen, die beim Verschmurgeln des Keratins in ihrer Wolle verdampfen.
Die meisten Schafe halten sich also in der zweiten Reihe, wenn die Menschen Stöcke ins Feuer werfen oder mit der Bierflasche sinnend hineinstarren. Nur Arvid kam dicht heran, stellte sich zwischen die Menschen und schaute sehr nachdenklich in die Flammen. Eigentlich bin ich ziemlich sicher, dass er über den Sinn des Lebens nachdenkt. Vielleicht hat er ihn gefunden?
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„Arvid am Feuer“
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