Die Schule in Boitzenburg, seit dem Neubau nebenan „Alte Schule“ genannt, ist ein solider Wilhelminischer Klinkerbau mit ziegelroter Fassade. Finanziert wurde sie wesentlich durch Graf Dietlof von Arnim, dessen Patrimonialherrschaft im Baujahr 1906 zwar längst abgeschafft war, aber informell weiter wirkte.

1976 wurde der Schul-Neubau daneben errichtet. Nach dessen Sanierung 2004 standen moderne Klassenräume, eine große Turnhalle und Freiflächen zur Verfügung. Die Gemeindevertretung stimmte für einen Verkauf der Alten Schule, zumal die Prognosen ein weiteres Sinken der Schülerzahlen vorher sagten.
Der Geigenbauer Gert Eichhorn erwarb das Gebäude und versuchte, ein Konzept für kulturelle Nutzung, als Konzertort und Probenretreat für Musiker aus Berlin und Paris umzusetzen. 2024 musste er seine Pläne aus gesundheitlichen Gründen endgültig aufgeben. Die Gemeindevertretung und die Verwaltung hatten einen Kauf erwogen, aber letztlich weder politisch noch finanziell darstellen können. Die Vorschriften für einen Schulbau führen zu Investitionen von bis zu 4 Millionen Euro, ohne dass am Ende die Nutzbarkeit und Zulassung als Schule gesichert wären.

Aktualisierung 24.3.2026: Inzwischen hat sich ein Käufer gefunden! Wir wünschen Glück und werden demnächst weiter berichten.

rund 3 x 300m² Nutzfläche auf einem Grundstück von reichlich 1.000 m² warten auf Nutzungsideen und Investoren

Lichtblicke und Chancen:
Der Érard-Flügel von Gert Eichhorn, ein frühromantisches Instrument, konnte mit einer Spende von Daniel Haver (Klosterpark) gekauft werden, bleibt uns also erhalten und steht noch in der Aula. Diese Art Flügel ist berühmt für seine leichte Mechanik und den klaren, transparenten Klang. Érard-Instrumente wurden u. a. von Chopin, Liszt und Mendelssohn gespielt und sind für historische Aufführungspraxis bis heute sehr geschätzt.