Warum das Schaf, das eigentlich Herbert heißt, Admiral genannt wird, liegt eigentlich auf der Hand. Nicht nur weigert er sich standhaft, sich am Stall und an Bäumen zu schubbern, um das Fell am Hals loszuwerden, nein, er imitiert auch das etwas steife Geradestehen wie ein Oberkommandierender, der die Parade seiner Schlachtschiffe abnimmt.
Bleibt die Frage, warum das eine, das Hochgeschlossene von Fell oder Uniform, so oft mit dem Anderen, der Steifheit und Geradheit korrelliert. Beim Militär trägt beides zur Entindividualisierung und Disziplinierung bei. Im Krieg wie im Frieden geht es um Aufgabenerfüllung, nicht um Selbstentfaltung. Haltung bedeutet hier nicht Charakter, sondern Pflichterfüllung, wobei sich das im besten Falle nicht ganz ausschließt. Verdeckte Haut signalisiert Unnahbarkeit und Entpersönlichung, der so Gekleidete ist quasi sein Amt, seine Dienststellung, sein Rang. Dem modernen, individualistischen Bürger westlicher Zivilisationen mag das ganze mittelalterische Gesellschaftstheater fremd vorkommen, aber es beruhte ganz wesentlich auf Kleiderordnung und Verhaltensvorschriften. Schafe wissen das: Du bist, was Du darstellst.
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„Admiral“
2100,- €